Die Lenné gGmbH ist nach QReha zertifiziert
Haus Lenné - Integrierte Therapie fuer Suchtmittelabhaengige

Soziales Training

Viele Patienten haben gerade zu Beginn der Therapiebehandlung eine sehr schwierige soziale Situation. Ziel der Gruppe Soziales Training ist es, Kompetenzen zu vermitteln, wie sie eigene berechtigte Forderungen gegenüber Behörden angemessen durchsetzen können, wie man Anträge stellt und ein eigenes Ordnungssystem für die persönlichen Unterlagen entwickelt.

Weitere Themenschwerpunkte sind:

  • Informationen zu Beratungs- und Hilfsangeboten sowie Selbsthilfeeinrichtungen in Berlin
  • Informationen zur Wohnungssuche und zu Nachsorgeeinrichtungen
  • Gespräche über die finanzielle Situation und Möglichkeiten der Haushaltsplanung
  • Informationen und Vermittlung zu Schuldnerberatungen.

Raucherentwöhnung

Neuere Erkenntnisse der Neurobiologie gehen davon aus, dass der Konsum von Nikotin die selben Hirnareale aktiviert, wie dies auch andere Drogen tun und daher immer wieder ein Grund für das Auslösen von Drogenverlangen sein kann.

Da mindestens 80 % der suchtmittelabhängigen Menschen stark tabakabhängig sind und beispielsweise in den Selbsthilfegruppen für Alkoholkranke festgestellt wird, dass selbst bei gelungener Alkoholabstinenz die Morbidität und Mortalität durch Tabakfolgeschäden zunehmend stark ausgeprägt ist, gewinnt die Raucherentwöhnung immer mehr an Bedeutung.

Außerdem bestätigen klinische Studien, dass eine erfolgreiche Raucherentwöhnung die Prognose einer langfristigen Suchtmittelabstinenz fördert. Dies widerspricht der landläufigen Meinung, dass eine zusätzliche Nikotinentwöhnung die Rückfallrate von Drogenabhängigen negativ beeinflusse.

Für Patienten, die mit dem Rauchen aufhören wollen, bieten wir nach einem Vier-Punkte-Programm eine Raucherentwöhnungsgruppe an:

1. Schritt: Argumente sammeln

2. Schritt: Vorbereitung auf den Tag x mit der Punkt-Schluss-Methode

3. Schritt: Nikotinersatz

4. Schritt: Umgang mit Risikosituationen und Rückfällen

Paarberatung und Paartherapie

Auf Wunsch des Patienten bzw. auf Anraten des Bezugstherapeuten können Paargespräche zur Beziehungsklärung und als Hilfestellung zur Lösung von Paarkonflikten angeboten werden. Bei Paaren, deren Partner sich gemeinsam im Haus Lenné in Behandlung befinden, ist die Paartherapie obligatorisch.

Erlebnistherapie

Der von Kurt Hahn (1986-1974) geprägte Begriff beinhaltet einen handlungsorientierten Ansatz mit erlebnispädagogischen Methoden. Ziel ist es, in Situationen im Outdoor-Bereich wie z.B. beim Wandern, Klettern, Kanufahren sich bestimmten Anforderungen physischer und psychischer Art zu stellen. Dabei soll die Person lernen sich mit diesen Anforderungen auseinanderzusetzen, eigene Bedürfnisse und Fähigkeiten zu erkennen und aber auch eigene Ängste wahrzunehmen und gegebenenfalls auch persönliche Grenzen zu setzen.

In der Regel wird in der Gruppe etwas erlebt und getan und im Anschluss in der Gruppe reflektiert. Ziel dieser Gruppe ist es, Spaß zu erleben, neue Dinge auszuprobieren und sein Selbstvertrauen zu stärken.

Geplant ist der Bau eines Hochseilgartens.

Gesundheitstraining

Neben Vorträgen gehören dazu Gruppengespräche und praktische Übungen unter ärztlicher Anleitung. Das Angebot versucht, das Problembewusstsein bezüglich der körperlichen Befindlichkeit zu steigern und soll Anregungen geben, sich mit der eigenen Gesundheit auseinanderzusetzen.

Suchtakupunktur

Akupuktur ist im Verständnis der chinesischen Medizin eine Regulationstherapie, ihr Wirkprinzip beruht auf einer Harmonisierung energetischer Gleichgewichtsstörungen. Suchtakupunktur bewirkt eine Anregung der körpereigenen Endorphinausschüttung, die infolge des Drogenkonsums herabgesetzt ist. Die Patienten berichten von körperlichem Wohlgefühl, Entspannung und Beruhigung unter der Akupunktur. Akupunktur wirkt bei den Suchtpatienten unabhängig von deren stoffspezifischer Abhängigkeit.

Entspannungstraining

Als therapeutisches Gegengewicht zu stimmungsmodulierenden Wirkung von Suchtmitteln sowie als direkte Rückfallprophylaxe, legen wir großen Wert auf das Erlernen eines Entspannungsverfahrens während der stationären Therapiephase. Folgende Verfahren werden von uns angeboten:

  • Autogenes Training nach Schultz: es reduziert die Stressfolgen des Konsums und des Lebens im Suchtmittelmilieu und vermittelt - oftmals zum ersten Mal - ein Gefühl für den eigenen Organismus mit seinen Möglichkeiten und Grenzen. Außerdem kann es dazu beitragen, sich der eigenen Ressourcen bewusst zu werden, sich Entspannung und Ruhe zu verschaffen, ohne psychotrope Substanzen einzunehmen.
  • Progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen: für Patienten, denen es schwerfällt, sich auf den ruhigen, meditativen Rahmen des Autogenen Trainings einzulassen, bieten wir die eher aktive Methode an.

Sporttherapie

Sporttherapie hat eine große Bedeutung in der Vermittlung von Körperwahrnehmung und dem Zugang zu eigenen, lange ungenutzten Kräften. Sie ist aber auch von erheblicher Bedeutung für den Abbau von Stress, der u.a. bei psychotherapeu-tischem Arbeiten entsteht. Sie gleicht aus, stabilisiert und schafft oft ein Ventil für sonst kaum konfliktarm zu lösenden Aggressionen.

Eine regelmäßige sportliche Betätigung gehört zu den Pflichtveranstaltungen der Therapie. Hierbei wird auch ein exzessives Umgehen mit Sport thematisiert und abgemildert. Ziel ist das Erlernen eines gesundheitsfördernden Umgangs mit der Bewegung.

Urin- und Atemluftkontrollen

Alle Patienten geben während der stationären Phase zweimal und während der ambulanten Weiterbehandlung einmal pro Woche unter Sicht eine Urinprobe ab. Die Untersuchung erfolgt auf 5 Parameter: Opiate, Kokain, Amphetamine, Cannabis, Benzodiazepine. Neben einer klinisch verläßlichen Behandlungskontrolle bietet die Urinuntersuchung vor allem einen hohen Schutz für die Patienten in rückfallkritischen Situationen. Ebenso finden regelmäßige Atemluftkontrollen über ein Alkoholtestgerät statt.